Der Alltag eines 400 kg-Pärchens
Der Autor ist rundnaund.ch bekannt


 

Eine hitzige Diskussion über diese Kolumne findet in unserem Forum in der Rubrik rundnaund statt,
Du kannst Deine Meinung dazu gerne kundtun


28. Oktober 2006

Meine Freundin und ich kennen uns schon einige Zeit, so ca. 5 oder 6 Jahre.
Wir haben uns ganz zufällig kennengelernt, aber offenbar war der Zufall doch eher zweitrangig. Anscheinend hatten wir beide einfach einen Blick füreinander, denn - wir suchten beide etwas ganz Besonderes.

Das tut zwar jeder, der einen Partner sucht, aber bei uns war es doch ein bißchen anders. Ich suchte eine mollige Frau, sie suchte einen kräftigen Mann und wir beide wollten einen Partner, der so richtig Freude am Essen hat und der es mag, so richtig dick zu werden. Lange Rede, kurzer Sinn - wir haben uns gefunden, sind seither sehr glücklich miteinander und haben uns auch gemeinsam auf ein Gesamtgewicht von über 400 kg gefuttert und gemästet (Sie hat derzeit 228 und ich 218).

Nun werdet Ihr Euch fragen, wie man mit diesem Gewicht einen normalen Tag verbringt bzw. wie man überhaupt mit diesen Massen umgeht.

Nun, das ist fast so wie bei "normalgewichtigen" Menschen - mit ein paar wenigen Ausnahmen.

Das Aufstehen ist natürlich mühsam (wie bei den meisten Menschen), denn aus unserem Wasserbett (das haben wir speziell anfertigen lassen), möchte man ja gar nicht raus, aber es muß halt sein. Dafür haben wir uns über dem Bett so eine Art Leine anbringen lassen, da können wir uns daran hochziehen und so aus dem Bett kommen, anders wäre es sehr schwierig. Das Bett ist natürlich ein wenig höher gebaut als ein Standardbett, damit man vom Bett eher ein wenig nach unten steigt und so nicht schon in der Frühe eine Kniebeuge machen muß.

Wenn das geschafft ist, geht´s ins Badezimmer, wo auch der Waschtisch in einer vernünftigen Höhe angebracht ist, damit man sich nicht zu weit bücken muß. Daß die Dusche ca. 150 x 150 cm mißt, muß ich vermutlich kaum mehr erwähnen. Vor Kurzem haben wir uns auch eine Toilette geleistet, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist - sie spült, reinigt und trocknet - ist allerdings nicht ganz billig, aber eine ganz tolle Erfindung, und "saubequem"....

An Wochentagen gibt es für mich dann nur ein kleines Frühstück und dann ab in die Arbeit. Meiner Freundin geht es da besser, sie hat ja den ganzen Tag Zeit und dementsprechend ist ihr Frühstück auch die erste von mehreren anständigen Mahlzeiten, die sie zu sich nimmt. Doch nach dem Frühstück wird normalerweise eine Pause eingelegt, dann die Wohnung etwas gepflegt, was eben so anfällt: Boden reinigen, Fenster, Möbel, etc.

Da wir beide beschlossen haben, einfach das Leben zu genießen, und zwar in jeder uns möglichen Form, gehören natürlich auch gutes Essen und gepflegte Getränke dazu, was zwangsläufig dazu beiträgt, daß wir immer dicker werden. Und da wir beide das ja auch wollen, müssen wir dazu natürlich auch unser Leben anpassen und auch unsere Wohnung.
Das ist nicht ganz billig, aber es macht doch das Leben leichter, wenn man seinen Bedürfnissen entsprechend auch leben kann - und dazu gehört nun eben mal ein verstärkter Stuhl, ein etwas "überdimensioniertes" Bad bzw. WC und eine Küche, wo die Arbeitsfläche einfach in einer angepaßten Höhe ist.

Und daß wir in einen z.B. Nissan Micra nicht reinpassen, ist eh klar. Trotzdem haben wir nur ein Auto. Wenn meine Freundin (wir leben in einer größeren Stadt) wohin möchte, dann sagt sie dem Taxiunternehmen schon vorher, daß da jemand kommt, der mehr als doppelt so schwer ist wie der normale Fahrgast - und das wird auch (meistens) verstanden und akzeptiert.

Man muß einfach nur dazu stehen und offen auf die Menschen zugehen - dann erkennen die auch, daß man genauso ein intelligentes Wesen ist wie sie selbst.
Wenn jemand das nicht mag, soll er einfach wegsehen oder seine Witzchen dann machen, wenn man es nicht hört. Aber daß über uns gewitzelt wird, wissen wir und so geht es ja fast Jedem. Egal ob er eine Glatze hat oder starke Brillen, ob er zu klein oder zu groß ist oder, wie eben in unserem Fall, ziemlich fett. Und da man das Gewicht ja nicht verstecken kann, ist es natürlich auch für jeden offensichtlich, wir sind einfach nicht zu übersehen.

Wenn wir essen gehen wollen, dann besuchen wir die Lokale, wo man uns bereits kennt, dort bekommen wir auch einen Tisch, wo wir Platz genug haben, denn oft sind Restaurants ja nicht wirklich auf die Bedürfnisse von so dicken Menschen eingestellt. Öffentliche Bäder meiden wir eher (außer natürlich im Urlaub), denn meist ist schon der Eintritt schwierig, denn meine Freundin paßt einfach nicht durch ein handelsübliches Drehkreuz beim Eingang...
Wir haben jedoch Freunde, die ein Häuschen mit Garten und Swimmingpool haben und die Gelegenheit wird dann im Sommer schon sehr oft in Anspruch genommen.

Ein weiteres Thema ist natürlich das der Bekleidung. Meine Anzüge lasse ich mir schneidern, bzw. kaufe die Freizeitbekleidung bei einen Spezialisten, der Gewand bis 8X vertreibt. Meine Freundin schneidert sich das Meiste selbst (Ihre Mutter ist eine sehr gute Schneiderin und da hat sie sich ein paar Tips geholt und gemeinsam verbringen sie dann mehrere Stunden und entwerfen füreinander die tollsten Sachen).

Es ist also ohne weiteres möglich, auch mit sehr ausufernden Körpermaßen ein vernünftiges Leben zu führen, manche Einschränkungen muß man halt in Kauf nehmen, dafür jedoch lebt man einfach seinen Traum. Und solange es gesundheitlich keine Probleme gibt, werden wir das auch weiterhin tun. Ich wünschte nur, daß die Akzeptanz für uns ein wenig höher wäre, doch das wird mit der Zeit sicher noch kommen, da ja die Bevölkerung allgemein immer dicker wird.

 

Fortsetzung 10. November 2006

Nachdem wir ja gerne und auch mit Begeisterung unser Leben als dicke Menschen leben, gibt es natürlich auch Gelegenheiten, wo wir uns gegenseitig einfach nur so zum Spaß mästen. Wäre dem nicht so, hätten wir ja wohl kaum unser Gewicht auf die Höhe geschraubt, wie es derzeit ist - und das wird sicher noch wachsen, denn unser Ziel ist schon, gemeinsam die halbe Tonne (500 kg) zu erreichen...

Dafür eignet sich natürlich besonders ein Wochenende. Um ehrlich zu sein, wir tun das eigentlich jedes Wochenende....
Da ich ja berufstätig bin, wird während der Woche beraten, wie wir es denn angehen. Meine Freundin bestimmt die Richtung (italienisch oder chinesisch, griechisch, japanisch oder deftige Hausmannskost) und ich kaufe dann dementsprechend ein.

Zusätzlich gibt es dann natürlich auch noch die Möglichkeit des sogenannten Force-Feedings, wobei einfach in sehr kurzer Zeit die größtmögliche Kalorienanzahl zugeführt wird (wir machen das mit einer Schokolade-Milch-Nuß-Mischung). Aber das ist "Zusatzspaß" und wird nur manchmal praktiziert.

Bei "italienisch" zum Beispiel kaufe ich nur die entsprechenden Zutaten für eine Pizza oder ein Nudelgericht. Das Hauptgericht (meist ist es eh Pizza) bestellen wir einfach und lassen es liefern. Aber wenn wir z. B. Salamipizza bestellen, wird dann auf die fertige Pizza noch eine Schicht Wurst und Käse aufgebracht, das Ganze nochmals kurz in den Ofen geschoben - und so sind schon wieder ein paar Kalorien gewonnen. Normalerweise bestellen wir für uns 4 bis 5 Stück normale Pizzen und halten die auch mit Thermotaschen warm, während die Stücke, die wir grade essen, im Ofen kurz nachgewärmt werden. So ein Pizza-Abend kann für jeden von uns bis zu 8000 Kalorien bedeuten. Und wenn man bedenkt, daß ca. 9000 Kalorien 1 kg bedeuten, kann man an so einem Abend schon ein wenig zunehmen.

Asiatisch kann auch sehr fördernd sein, wenn man die chinesischen Vor- und Nachspeisen mit dem tollen Honig-dressing nimmt. Dazwischen eine knusprige Ente und man hat locker 2000 Kalorien pro Portion, nach der man aber noch lange nicht satt ist. Also auch da liegen die gewünschten Speckröllchen.

Natürlich gibt es auch immer einen anständigen Vorrat an Chips, Minifrittes, Süßes sowie Eis und Schlagsahne. Irgendwie muß man ja den Gusto beim Fernsehen auch befriedigen, oder?

Auf jeden Fall gibt es jede Menge Möglichkeiten, anständig zuzunehmen und wir nützen die auch so gut wir können, denn es gibt ja - zumindest in unserem Verständnis - nichts Schöneres als einen wirklich runden Körper. Dazu muß man natürlich stehen und sich auch wohlfühlen als dicker oder sagen wir es, wie es ist, als extrem fetter Mensch. Wo Andere sich bemühen, sportlich zu sein, bemühen wir uns eben, unserem Ideal zu entsprechen und nicht heuchlerisch irgendwelchen Vorbildern nachzueifern.

Wir, und damit meine ich meine Freundin und mich, haben uns überdurchschnittlich dick gefuttert, wir wollen das so und wir fühlen uns echt gut dabei. Und jedes Kilo mehr macht Spaß.....

 

Fortsetzung 11. Dezember 2006

Natürlich habe ich auch ein bißchen im Forum gestöbert, einfach um zu sehen, wie die Reaktionen auf unseren Bericht sind. Allerdings werde ich im Forum nicht aktiv antworten, denn sonst käme ich vermutlich nicht mehr vom PC weg...

Und, wie erwartet, gibt es große Zustimmung, jedoch noch größere, aber vorsichtige Ablehnung und selbstverständlich auch verwundertes Unverständnis.

Natürlich ist uns klar, daß, auch auf einer Seite, die eigentlich das Molligsein befürwortet und tolle links anbietet, es immer ein wenig "abartig" aussieht, wenn dann jemand - außerhalb jeder Fantasie - wirklich das lebt, was viele nur in der Phantasie vor sich hin träumen.

Wir, meine Freundin und ich, haben einfach Schluß gemacht mit dem "was wäre, wenn" und "was werden die Leute sagen" und haben ganz einfach begonnen, uns das zu schaffen, was uns gefällt - uns selbst nämlich, allerdings in einer ziemlich, wie es heute so heißt - XXXL-Version.

Ich hatte schon immer den Wunsch, eine wirklich üppige Frau zu haben und ich hatte auch das Glück eine Frau zu treffen, die 1. diese Voraussetzung erfüllte - und auch kein Problem hatte, immer mehr zuzunehmen - im Gegenteil, es gefällt ihr auch heute noch, immer dicker zu werden - und die 2. einen Mann sucht, der genau das Gleiche mag, nämlich einfach ohne Nachzudenken essen zu können, egal, wie sich das auf´s Gewicht auswirkt.

Daß man aus einem Wasserbett auch mit weniger als 200 kg nicht so leicht herauskommt, hat ja jemand, der es offenbar auch schon probiert hat, erkannt - im Gegensatz zu vielen anderen, die gemeint haben, eine "Aussteigehilfe" wäre doch zu extrem.
Aber, einerseits ist es irre angenehm, in einem an die Körpermaße angepaßten Wasserbett zu liegen und zu schlafen und andererseits ist es auch ein sehr stimulierendes Liebesbett. Es überträgt die Schwingungen, die von uns selbst, bedingt durch die Masse an Speck, ausgehen, sodaß auch bei unserem Gewicht ein wirklich interessantes und tolles Liebesleben möglich ist (Wirkt wie ein "Schwingungsverstärker").

Selbstverständlich ist es so, daß jeder von Euch selbst entscheiden soll, ob er dünn, sportlich, mollig oder dick sein will.

Doch genauso, wie ich jeden Menschen akzeptiere, ob groß, klein, mit Haar oder mit Glatze, möchte auch ich akzeptiert werden, denn ich bin - genauso wie Ihr alle - ein Mensch. Vielleicht ein bißchen dicker, aber dafür sind Andere ein bißchen dünner, kleiner, größer, .... und und und.

Und wer von uns ist so perfekt (wer definiert denn eigentlich, was "perfekt" ist?), daß er über andere urteilen darf?

Ich freue mich natürlich über jede Reaktion im Forum - ich werd´s lesen, aber sicher nicht direkt antworten....

 

Fortsetzung vom 18. März 2007 new2.gif (1091 Byte)

Hallo zusammen,

ich hab mich lange nicht gemeldet, aber das Forum sehr wohl verfolgt. Da waren ja einige interessante Einträge und zu einigen möchte ich auch Stellung nehmen.

Wir haben natürlich, auch wenn´s seltsam klingt und manche sich nicht vorstellen können, wie das geht, Sex. Wie, das möchte ich hier nicht (noch nicht) beschreiben, das ist ja kein Handbuch für Anfänger und außerdem sollte doch ein bißchen Fantasie dabei sein, egal, wie dünn, klein, groß oder dick man ist.

Ein Eintrag hat mir sehr gefallen, der betreffend des Filmes "Das große Fressen". Eine kurze Information an den Schreiber: Die Regie führte Marco Ferreri, und die Hauptdarsteller waren Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Philippe Noiret und Andréa Ferréol. Das Thema dabei war natürlich das Essen, aber der Hintergrund ein ganz anderer, nämlich geplanter Selbstmord wegen diverser persönlicher Gründe. Das hat mit Dicksein oder Dickwerden absolut gar nichts zu tun. Wie man an der Besetzungsliste feststellen kann - alles hochqualifizierte Schauspieler - , geht´s da nicht simpel ums Fressen..... - also bitte ein bisserl nachdenken (oder ins internet schauen) beim Schreiben..... :-)

Nur - diesen Selbstmord haben wir natürlich nicht vor, wir wissen sehr wohl, daß es ein gewisses Risiko birgt, so schwer zu sein, aber wir lassen es nicht außer Acht.Wir gehen beide regelmäßig zu ärztlichen Untersuchungen und werden sofort jede mögliche Gegenmaßnahme treffen, sollte irgend etwas aus dem Lot laufen. Doch da wir im Moment beide völlig gesund sind, gibt es eigentlich keinen Grund, die Lebensweise zu ändern. Wir ernähren uns (relativ) gesund (wie schaut´s da bei Euch aus?) , machen die uns mögliche Bewegung und freuen uns, wenn wir ein paar Kilo zugenommen haben, ohne daß es uns dabei schlecht geht. Wo ist das Problem?

Ok. ich hab einige Probleme entdeckt:
Wo bekomme ich mein Gewand her (dank rundnaund hab ich mittlerweile ein paar internet-Adressen, Danke an dieser Stelle) und - wie krieg ich einen Sitz in einem Flugzeug? Dazu gibt´s offenbar noch keine wirkliche Lösung, also werde ich meine Urlaube eher per Auto in Europa verbringen, denn die Qual mit den Airlines tu ich mir einfach nicht mehr an. Am Flughafen kilometerweit zum Gate latschen, sich wegen der Sicherheitsbestimmungen perlustrieren lassen und dann nicht in den Sitz passen, das ist sicher nicht mein Ding! Und da, denke ich, haben auch Menschen mit weit weniger Gewicht Probleme, oder?