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Goodbye Size Zero
Der Artikel von Caterina Onori erschien auf der Seite www.bluewin.ch
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Bild: Keystone |
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Die Wirtschaftskrise
sorgt zwar weiterhin für negative Schlagzeilen, aber in der Modeindustrie
setzt sie - überraschenderweise -
ein paar positive Akzente. Denn nach vielen Jahren des Magerwahns sind weiblichere
Rundungen wieder gefragt.
Ob Beth Ditto, die Frontsängerin der Indie-Band "The Gossip" jetzt schon als Naturgewalt in die Musikgeschichte eingehen wird, steht noch in den Sternen. Fest steht zurzeit nur, dass diese junge Künstlerin nicht nur in Sachen Musik und Bühnenperformance einiges auf dem Kasten hat, sondern auch in Punkto Körperfülle und Fastion ihr eigenes Gewicht hat.
Dies wurde «leibhaftig» in den erst vor kurzem zu Ende gegangenen Fashion-Shows in Paris erlebt, wo ansonsten nur grossgewachsene und ultraschlanke Mädchen die Catwalks renommmierter Haute-Couture-Designer wie Karl Lagerfeld, Stella McCartney, Prada und Vivienne Westwood mit viel Glanz und Glamour «herunterstöckeln» dürfen.
Fragen über Fragen
Doch wieso sind in letzter Zeit «fülligere» Frauen gefragt?
Welche möglichen Gründe sind dabei von Bedeutung? Und handelt es sich
dabei um einen vorübergehenden Trend oder doch um eine langfristige Erscheinung?
Obwohl seit Jahren über den Magerwahn heftig geflucht wird, so scheint
er im Modezirkus seinen festen Platz eingenommen zu haben.
Man denke dabei nur an die weltberühmten und superdünnen Mode-Ikonen Twiggy oder Kate Moss, die beide zu unterschiedlichen Dekaden den «Mager-Look» eingeläutet und damit ganze Generationen in Sachen Ästhetik beeinflusst haben. Besonders letzterer wird heute noch arg vorgeworfen, für diesen total ungesunden Trend verantwortlich zu sein.
Abwechselnde Schönheitsideale
Aber so plump lässt sich dieser Trend nicht auf einen Nenner herunterbrechen.
Schliesslich strotzen Geschichtsbücher nur so von Passagen, wonach die
Menschheit seit Beginn der Zeit vom Kult der Schönheit und Jugend vollkommen
besessen war, und bis zum heutigen Tag leider immer noch ist. Nur die Schönheitsideale
haben sich mit der Zeit gewandelt.
In sogenannten «mageren Zeiten» galten füllige Frauen als das Schönheitsideal; sie waren ein klares Zeichen dafür, dass ihre Ehegatten erfolgreich in der Lage waren, sie und ihre Kinder zu ernähren. In den etwas «üppigeren» Zeiten hingegen war es ein wichtiges Zeichen von Erfolg und Wohlstand über eine möglichst schlanke Silhouette zu verfügen.
Zurück zu Kurven?
Da die jetzige Finanzkrise zum globalen Problem avanciert ist, lässt sich
der neueste Trend in Sachen Schönheit demnach einfach erklären. Aber
die Extra-Pfunde scheinen in diesem Fall auch noch ein zusätzlicher Hinweis
dafür zu sein, dass sich die Menschen in dieser schnelllebigen und komplexen
Zeit wieder mehr nach Geborgenheit und Wärme sehnen.
Ob dieser neue Trend allerdings auch wirklich eine neue, gesunde Ära einläuten oder sich als Eintagsfliege herausstellen wird, wird sich noch zeigen. Fest steht nur, dass immer mehr Menschen den unrealistischen bzw. unmenschlichen Schlankheitskult satt haben und sich sogar in Hollywood vermehrt Stars wie Jennifer Lopez und Eva Mendes durchsetzen.
Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass die «Size Zero»-Ikonen à la Victoria Beckham, Lindsay Lohan und Katie Holmes bald ihr Fett abkriegen! Denn: «Real Women have Curves!» - Echte Frauen haben Kurven.
(Caterina Onori)