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Petershagen (zt). Immer mehr Leute verfallen dem Schlankheitswahn. Das durch die Medien vorgelebte Schönheitsbild wird nachgeahmt. 90 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Oft genannte Ursachen für Bulimie und Magersucht sind Pubertät, Identifizierung mit dem Leistungssystem oder seelische Probleme.
Und doch setzt sich ein neuer, erfreulicher Trend in diesem mit Schleiern bedecktem Tabu-Thema durch. Stars und ehemalige Süchtige gehen in die Offensive und weisen öffentlich auf diesen Teufelskreis hin. Outing ist angesagt. Denn nur wer sich dieses Problem eingesteht und darüber redet, kann diese gefährliche Krankheit besiegen, so eine ehemalige Süchtige.
Betroffene erkennen oft nicht die wirkliche Gefahr, die hinter ihrem Wahn steckt. Die oft einzige lebensrettende Massnahme ist eine Zwangsernährung in einem Klinikum. Häufig wird nicht nur die Nahrungsaufnahme verweigert, sondern auch noch stark Sport getrieben. So wird der Körper noch schwächer, da hinterher nicht ausreichend oder gar keine Energiereserven vorhanden sind.
Um ihrem Schlankheitsideal noch schneller nachzukommen, greifen Süchtige auch zu Medikamenten, Appetitzüglern oder Abführmitteln. Den Betroffenen wird oft nicht klar, in welcher Gefahr sie sich befinden. Ihnen wird ihre deutliche Untergewichtigkeit nicht bewusst, im Gegenteil, sie finden sich oft noch zu dick.
Natürlich bleibt so eine Abmagerung nicht ohne Folgen. Es treten in den meisten Fällen Rückwirkungen auf, die die Nieren und die Herzmuskulatur stark schädigen. Ausserdem kann der Missbrauch von Medikamenten zu einer Übersäuerung der Mundhöhle führen und somit Zahnverfall hervorrufen.