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1.
Wörter und Wort-Bilder als Richter, Henker und Mittler
Der Missbrauch der Sprache
Als FAs schauen wir uns einmal die Rolle der Alltagssprache in der Gegenwart
an. Die Sprache mit ihren Zeichen und Wörtern dient nicht nur zur
Verständigung, sondern wird auch als Mittel der Hetze und der Verunglimpfung
eingesetzt.
Dazu kommt von seiten der FAs ein weiteres Problem, das der vorliegende
Artikel beleuchten will: das ist der Sprachmangel. Damit ist der Verzicht
gemeint, auf sprachliche Mittel zurückzugreifen, um zu protestieren
oder Stellung zu beziehen. Daher scheint mir die Frage berechtigt: Ist
Schweigen wirklich Gold?
Die Sprache dient allgemein der Verständigung, sie kann aber auch
ausgrenzen. Bei einer Verständigung ist man "drinnen",
bei Kommunikationsschwierigkeiten findet man sich "draußen"!
Abgrenzung wird z.B. dann praktiziert wenn man Unbeliebte mit Tiernamen
betitelt, oder wenn man für ihre Bezeichnung Metapher verwendet.
Im "tausendjährigen Reich" wurden ganz bewußt die
Sprache und ihre Bilder gebraucht um auszugrenzen. Die damalige Ausgrenzung
erfolgte nach dem Prinzip: Politische Wirksamkeit statt Sachlichkeit!
Beispiele des Missbrauchs
Jede Ausgrenzung braucht ein Feindbild. Dieses mußte aufgebaut,
oder, wie im Falle der Juden, vertieft werden. Um dies zu erreichen bedienten
sich die Nationalsozialisten einer aggressiven Sprache, die jeder rationaler
Grundlage entbehrte.
Beim 14.Nobel-Symposium in Stockholm (Sept.1969) meint Arthur Kostler
dazu:
"Der Mensch
ist ein Tier, das Symbole macht. Das stolzeste und gefährlichste
Produkt der Symbolmacherei ist die Sprache!"
Ein anderes Beispiel
ist das koloniale Gebahren im 20.Jahrhundert. Die Briten in Indien bezeichneten
die Hindus als nicht "wehrtüchtig" (oder "tapfer"),
darum seien sie disqualifiziert sich selbst zu regieren. Oder die französische
Kolonialpolitik ging davon aus, daß France, la Grande Nation, den
armen Schwarzen, eine Kultur (natürlich die ihre) bringen mußte,
um sie überhaupt lebensfähig zu machen.
Jeder Leser könnte
sicherlich viele andere Beispiele bringen, die die Macht der Sprache aufzeigen
würden.
Sprachmangel unter
FAs?
Als FAs sehen wir die rundlichen Formen als etwas Schönes und Ausdruckvolles
an (so wie H.Heine in seinem Gedicht...). wir erfreuen uns an solchen
Formen und Menschen.
Jedoch wenn es zu Beschreibungen kommt, offenbaren wir unsere begrenzte
Phantasie (oder ist es nur Faulheit?) und unser Ausdrucksmangel. Einige
werden argumentieren, daß wir im "Kampf" für Gleichberechtigung
die Worte wie "dick" und "fett" einfach neu füllen
müssen, so daß sie im Ende positiv klingen.
Das mag eines Tages geschehen, aber dies ist nicht die unmittelbare Absicht
dieses Artikels. Vielmehr möchten wir Euch aufrufen neue Bilder oder
Metaphers zu kreieren. Wir behaupten einfach, daß ein FA ohne Phantasie
kein richtiger FA ist. Darum der Aufruf: Verwendet einmal originelle Formulierungen!
Gelungene Formulierungen
Hier einige Beispiele:
Emile Zola, derselbe der auch als erster sich für Dreyfuss einsetzte
mit seinem Artikel "J'accuse", in all seinen Büchern formuliert
die Rundlichkeit immer in Bildern. In seinem Buch "La faute de l'Abbé
Moret" beschreibt er die Arme der Angebeten "....des bras royaux
charnus..." (königlich-fleischige Arme)
Einmal im Schwimmbad, überhörte ich wie jemand sagte: "
Was für ein knuspriges Bäuchlein!" Bei mir kam das Bild
eines knusprigen Pouletschenkel auf, rund und prall, dessen Haut zum Bersten
nahe ist.
Auf einer amerikanischen FA-Homepage fand ich folgende Beschreibung einer
Feederin "The buttons on his shirts have been straining nicely. I
was very excited to see he had gone from a loose 36 waist to hearty 38
since we begun dating a few months ago."
Eine andere Seite eines Feeders: "The way her belly begins to dip
down due to the wonderful combination of gain and gravity; her chin doubling
when she flashes me a wide smile..."
Neben Formulierungen beleben auch Bilder eine Situation. Ein eindrucksvolles
Bild fand ich auf einer deutschen Homepage: Die Nußprobe: In den
Nabel legte man eine, dann zwei Nüsse, dann drei und so fort... um
das Anwachsen des Bäuchleins zu messen. Dazu brauchte es dann kaum
noch Adjektive, das Bild sprach für sich selbst.
Nach dieser Auswahl an Beispielen von Formulierungen und Bilder folgt
nun die Überleitung zum zweiten Teil..
2.
Preisauschreiben
Wir möchten Euch
einladen Eure Phantasie in einem Preisausschreiben auszuloten.
Bedingungen:
a) ein Text nicht länger als ca. 120 Worte (das ist ein recht langer
Absatz!), der entweder ein FA-Phänomen
- in einer neuen
Art beschreibt,
- oder eine treffende
Formulierung ziseliert, ausfeilt
- oder ein Metapher-Bild
erfindet, das dem FA-Ideal zusagt.
b) es sollte ein Eigenerzeugnis
und noch nicht publiziert sein (Akzeptiert werden auch ausländische
Beschreibungen, die treffend ins Deutsche übersetzt werden, also
auch lateinische und französische Ausdrücke wie "bene pastus"
oder "embonpoint").
c) Ruth und Dominique
werden jede Einsendung überprüfen und die geeigneten auf "www.rundnaund.ch"
veröffentlichen.. Jede Veröffentlichung erhält als
Preis das neue Buch "Fettpölsterchen" MisBuech-Verlag,
Sissach/Schweiz ISBN 3-9522350-8.....
Vorerst (wegen der hohen Portogebühren) ist dieses Preisausschreiben
begrenzt auf Postadressen in Frankreich, Deutschland und der Schweiz..
(d.h. der Buchpreis-Versand wird nur an die Gewinner aus den oben genannten
drei Länder weitergeleitet; Einsendungen aus anderen Länder
sind von der Teilnahme jedoch nicht ausgeschlossen!!)
Darum beim Einsenden Eurer Texte, bitte nicht die Adresse vergessen.
Sendet Euren Text (und Eure Adresse) an die E-Mail Adresse: info@rundnaund.ch
Einsendeschluß:
31.August 2002
Teilnahmebedingungen
Teilnahmeberechtigt
sind alle in der Schweiz, Deutschland und Frankreich wohnhaften Personen
ausser den Mitarbeitern von rundnaund.ch und den an am Wettbewerb beteiligten
Unternehmen/Personen. Alternativ können Sie auch einen Text per Post
an folgende Adresse senden:
rundnaund.ch
Dominique Adler, Ruth Wunderlin
Kennwort: Rudolphs Wettbewerb
Untere Egg 794
CH-5728 Gontenschwil
Über den Wettbewerb
wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner werden schriftlich
oder per per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mit der Teilnahme nehme ich zur Kenntnis, dass mir rundnaund.ch eingesandte
Manuskripte, Texte und Geschichten nicht zurücksenden kann, dass
rundnaund.ch das Recht hat meine Texte in elektronischer und gedrukter
Form zu veröffentlichen. Meine Daten werden jedoch keinesfalls an
Dritte weitergegeben.
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